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Eigenverantwortung und solide Finanzen

 

Die FDP nominierte 54 Kandidaten für die Kreistagswahl im März. Thomas Nagel, Michael Otte und Veit Pöhlmann führen die Bewerberliste an.


Kulmbach - Fast die Hälfte der Deutschen bewertet den Auftakt der Großen Koalition als Fehlstart, vier von fünf Deutschen rechnen sogar damit, dass die Streitigkeiten zwischen Union und SPD auch in Zukunft weitergehen werden. Diese Umfrageergebnisse einer großen Zeitung vom Sonntag kamen der FDP gerade recht. "Das ist unsere Chance", sagte der Kreisvorsitzende Thomas Nagel am Sonntagnachmittag in der Kulmbacher Kommunbräu. Dort nominierten die Freien Demokraten ihre Kandidaten für die Wahl zum Kulmbacher Kreistag am 16. März.

 

54 Kandidaten sind es geworden, darunter zwölf Frauen. An der Spitze mit Thomas Nagel, Michael Otte und Veit Pöhlmann die derzeitige Fraktion. Von den 20 stimmberechtigten Parteimitgliedern haben alle 20 den Listenvorschlag ohne Änderung angenommen. Keine Rolle spielte dabei auch die Personalie Veit Pöhlmann. Der Thurnauer war bei der letzten Kreistagswahl noch für die SPD in das Gremium eingezogen, später aber aus der Partei ausgeschlossen worden, weil er die Kandidatur des amtierenden Thurnauer SPD-Bürgermeisters Dietmar Hofmann nicht unterstützt hatte und stattdessen als Gegenkandidat angetreten war.

 

Man könne froh sein, eine solche Persönlichkeit wie Pöhlmann auf der Liste zu haben, sagte Thomas Nagel. Veit Pöhlmann bringe die notwendige Kompetenz mit, nicht nur für die Kreistagswahl, sondern auch für die Wahl zum Bürgermeister von Thurnau. Wie berichtet wird Pöhlmann, nominiert von der FDP, als Gegenkandidat gegen Bürgermeister Hofmann antreten.

 

Doch auch über die Personalie Veit Pöhlmann hinaus geht die FDP voller Selbstbewusstsein in den Kommunalwahlkampf. "Wir haben den Kollegen im Kreistag Respekt abverlangt", sagte Nagel. So habe die Fraktion mehrfach den Mut gehabt, gegen den Kreishaushalt zu stimmen, da es einfach unanständig sei, auf Pump zu leben. Die FDP stehe für Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und solide Finanzen. Ziel sei es, weiterhin eine eigenständige Fraktion zu bilden, "die größer ist, als die jetzige".

 

Aufwind bekommt die Kulmbacher FDP auch dadurch, dass der Mainleuser Ortsverband mit einer eigenen Liste für die Wahl zum Gemeinderat antreten wird. "Unsere Themen sind nicht falsch, wir haben sie lediglich nicht richtig rübergebracht", sagte Thomas Nagel. Die FDP möchte schließlich auch dafür stehen, "so nah wie möglich am Bürger dran zu sein", so Kreisrat Michael Otte. Dafür stünden auch einige Handwerksberufe auf der Liste, sogar zwei Schmiede seien darunter. Da die Freien Demokraten nur 54 Kandidaten für 60 mögliche Listenplätze haben, wurden auf Antrag Veit Pöhlmanns die ersten sechs Frauen auf der Liste, und nicht wie bei anderen Parteien üblich die ersten sechs Plätze, doppelt benannt. Als nicht sinnvoll erachtete die Versammlung eine Listenverbindung. "Wo FDP draufsteht, ist auch FDP drin", begründete Thomas Nagel die Ablehnung einer solchen Listenverbindung.

 

Quelle: Frankenpost, 13.01.2014, Stephan Herbert Fuchs


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